In der Kampa-Halle gehen die Lichter aus

In der Kampa-Halle gehen die Lichter aus

Am 31. Dezember 2019 wird der Schlüssel der Kampa-Halle in Minden endgültig umgedreht und der Betrieb eingestellt. Darüber informierte Landrat Dr. Ralf Niermann am Freitag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Grund sind Sicherheitsmängel, die im Rahmen einer für Veranstaltungsstätten verpflichtenden wiederkehrenden Prüfung als erheblich eingestuft wurden. Bereits bei der letzten turnusmäßigen Prüfung waren diese Mängel festgestellt, jedoch als „geringe“ Mängel deklariert worden, so dass die Kampa-Halle mit Kompensationsmaßnahmen wie beispielsweise der Stellung von Brandschutzwachen weiterbetrieben werden konnte. Durch eine weitere Verschlechterung der Situation in Verbindung mit geänderten gesetzlichen Anforderungen sei die Betriebssicherheit gefährdet, was eine Gefahr für die Besucher bedeute.

Konkret geht es unter anderem um die Verkabelung der Brandmeldeanlagen und der Notbeleuchtung. Für derartige Anlagen müssen die Leitungen in Schächten untergebracht sein, die einem Feuer für eine gewisse Zeit standhalten. Das sei in der Kampa-Halle nicht der Fall.

Nachdem der Kreistag sich nicht für eine umfassende Sanierung der Kampa-Halle ausgesprochen hatte, beauftragte der Kreis das renommierte Ingenieurbüro Kempen Krause aus Aachen damit, zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Halle weiterbetrieben werden könne. Aus deren Gutachten geht nun eindeutig hervor, dass die technischen Anlagen Mängel aufwiesen, „die ein erhöhtes Gefahrenpotential für die Besucher im Brandfall zur Folge haben.“ Man teile somit die Aussage des Prüfsachverständigen, dass eine ausreichende Beachtung der Schutzziele nicht gewährleistet sei. Ein Weiterbetrieb könne deswegen nach Ablauf der Übergangsfrist nicht empfohlen werden, schließt das Gutachten.

„Damit haben wir Klarheit, aber auch keinen Handlungsspielraum mehr“, machte Landrat Ralf Niermann deutlich. Da ein Sanierungsbeschluss nicht vorliege, werde die Kreisverwaltung nun den Abriss der Kampa-Halle und den Neubau eines Sportzentrums für Schul- und Vereinssport forcieren. Die bisher mit Blick auf eine Sanierung der Kampa-Halle getätigten Investitionen für Brandschutztüren und ähnliches sind damit verloren.

Über den aktuellen Stand der Dinge habe der Landrat Mindens Bürgermeister Michael Jäcke und den Beigeordneten für Städtebau, Lars Bursian, informiert. Man sei in einem guten Austausch mit der Stadt und werde den Bau einer Multihalle unterstützen, sagte Niermann. Ende September bemängelte er noch den Informationsaustausch und die unbefriedigende Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Doch offenbar macht die Not aus Gegnern Freunde. In der Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger würden nun persönliche, politische, Partei- und Wahlkampfinteressen zurückgestellt werden müssen, findet Niermann.

Für Minden bedeutet die aktuelle Entwicklung eine erhebliche Einschränkung im Bereich Vereins- und Schulsport für mindestens drei Jahre und in Sachen Veranstaltungen und Bundesligahandball vermutlich noch über einen deutlich längeren Zeitraum. Die für 2020 terminierten Veranstaltungen müssen verlegt oder abgesagt werden. Ob im Zuge dieser Absagen Schadenersatzforderungen auf den Kreis zukommen werden, ist derzeit noch unklar.

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