Aufschrei der Heldinnen und Helden im Sozialwesen

Aufschrei der Heldinnen und Helden im Sozialwesen

Diakonie Stiftung Salem-Vorstände Christian Schultz und Thomas Lunkenheimer protestieren gegen die Pläne der Bundesregierung.

"Das wäre ein Schlag ins Gesicht derer, die jetzt so vollmündig als Heldinnen und Helden gefeiert werden." Drastische Worte findet Thomas Lunkenheimer, Theologischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem für die Pläne der Bundesregierung, die Sozialbranche nicht mit durch den milliardenschweren Sicherheitsschirm zu schützen. "Man lässt sehenden Auges die im Regen stehen, die jetzt für andere Menschen da sind. Denn die Frauen und Männer in den sozialen Berufen sollen und dürfen trotz Corona-Gefahr nicht zu Hause bleiben. Wir haben noch in der Nacht die Bundesregierung sowie die heimischen Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition angeschrieben, um diesen himmelschreienden Skandal zu verhindern."

Zuvor hatten fünf große Wohlfahrtsverbände (Diakonie Deutschland, Caritas, Der Paritätische, AWO, Deutsches Rotes Kreuz) übereinstimmend gemeldet, dass die Bundesregierung offenbar nicht vorhabe, auch die Sozialwirtschaft finanziell zu schützen. Sollte die Politik nicht einlenken, drohen schon in wenigen Wochen die ersten Pleiten.

Dazu erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: "In der Freien Wohlfahrtspflege sind fast zwei Millionen Menschen in Deutschland beschäftigt, die die tägliche soziale Versorgung bundesweit sicherstellen. Hier sind soziale Strukturen in Jahrzehnten gewachsen. Wenn nun die Einnahmen wegbrechen, wird dies langfristig kaum zu behebende Schäden verursachen. Gerade den kleinen und mittleren Einrichtungen kann jetzt ganz schnell die Luft ausgehen - und zwar binnen Wochen." (Quelle: Infoportal Diakonie Deutschland)

Im Mindener Land gehört die Diakonie Stiftung Salem zu den größten Arbeitgebern der Region. "Wenn wir durch die Corona-Krise in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, sind 2.900 Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung in Gefahr", so Christian Schultz, Kaufmännischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem.

"Der Sozialstaat, wie wir ihn kennen, steht auf der Kippe. Jetzt heißt es schnell zu handeln, um nach der Krise nicht vor einem sozialpolitischen Scherbenhaufen zu stehen", erklärt Thomas Lunkenheimer.

Foto: v. l. Thomas Lunkenheimer und Christian Schultz: Thomas Lunkenheimer ist theologischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem | Christian Schultz ist kaufmännischer Vorstand der Diakonie Stiftung Salem. | Quelle: Diakonie Stiftung Salem

 

Über die Diakonie Stiftung Salem:

Die Diakonie Stiftung Salem gGmbH, die Diakonie Stiftung Salem und das Diakoniewerk im Evangelischen Kirchenkreis Minden e.V. bilden gemeinsam einen der größten sozialen Dienstleister im Großraum Minden. Zu den Angeboten zählen die ambulante und stationäre Betreuung von Senioren, die Diakonischen Werkstätten mit Arbeits- und Qualifizierungsangeboten für Menschen mit Behinderungen, Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderungen, Kinderbetreuung, stationäre und ambulante Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sowie zahlreiche Beratungsstellen. In etwa 89 Einrichtungen in Minden, Hille, Petershagen und Porta Westfalica arbeiten rund 2.800 Menschen mit und ohne Behinderungen.

Weitere Informationen unter www.diakonie-stiftung-salem.de

 

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