Entwickeln oder abschließen

Entwickeln oder abschließen

Ob der Wittekindsberg auch in Zukunft noch für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt, hängt laut Witthüs-Präsident Martin Möller jetzt davon ab, wie sich die Politik entscheidet.

Die Lage auf dem Wittekindsberg ist kompliziert. Sie beschäftigt seit Jahren die Stadtverwaltung, Anwälte und Gerichte. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung an der Wittekindsburg hat Witthüs-Präsident Martin Möller Vertretern aus der Kommunalpolitik vorgeschlagen, einen Bebauungsplan für den Wittekindsberg aufzustellen, denn die aktuellen Probleme betreffen weit mehr als nur eine Erschließungsfrage. Es gehe um den mittlerweile gesperrten Wolfsschluchtweg, den Zickzackweg, die Margaretenkapelle, den Moltketurm... Kurz gesagt um die Frage, ob die Stadt den Wittekindsberg und die dort befindlichen Kulturgüter für die Bürgerinnen und Bürger erhalten und entwickeln will oder ob der Berg für die Öffentlichkeit verloren geht. Wir haben darüber mit dem Witthüs-Präsidenten gesprochen.

 

Herr Möller, Sie haben zu einer Informationsveranstaltung an der Burg eingeladen. Wie ist es Ihrer Meinung nach gelaufen?

Martin Möller: Es war sehr gut. Wir haben uns über das große Interesse aus der Politik und von den Bürgern gefreut. Die Gespräche werden sicherlich fortgesetzt werden.

Witthüs hat den Kioskbetrieb wieder aufgenommen. Das wurde ja tatsächlich von einem Ratsmitglied gefordert. Was macht das mit Ihnen, wenn Kommunalpolitiker von Ihnen den Betrieb des Kiosks fordern, während Sie mit der Verwaltung im Clinch liegen?

Martin Möller: Die damalige Forderung hatte vermutlich wahltaktische Gründe. Über ein ernsthaftes Gesprächsangebot hätten wir uns seinerzeit mehr gefreut. Für uns ist das Thema erledigt, nachdem sich Dirk Rahnenführer und Jörg Achilles bei mir persönlich entschuldigt haben. Die Probleme können nur gemeinsam angegangen und gelöst werden.

Sie haben Kommunalpolitiker und sachkundige Bürger eingeladen. Warum jetzt? Warum haben Sie nicht gewartet, bis die neue Bürgermeisterin im Amt ist und sie ebenfalls mit ins Boot geholt?

Martin Möller: In den vergangenen Jahren haben wir viel mit der Verwaltung verhandelt, aber aus meiner Sicht sind die Informationen darüber aus der Verwaltung nur spärlich an die Politik geflossen. Wir wollten jetzt die Politik aus erster Hand informieren. Ich hoffe in der Zukunft auf konstruktive Gespräche mit der neuen Bürgermeisterin und der Politik.

Ihre Idee ist es, dass die Politik einen Bebauungsplan für den Wittekindsberg aufstellt. Können Sie das erläutern?

Martin Möller: Der Bebauungsplan ist notwendig, weil zahlreiche Nutzungskonflikte am Wittekindsberg gelöst werden müssen. Um das Kaiserdenkmal hat man sich zwar gekümmert, der Rest des Bergs benötigt aber auch Aufmerksamkeit. An erster Stelle muss die Erholungsnutzung für die Bürgerinnen und Bürger aus Porta Westfalica und Minden gesichert werden. Derzeit erleben wir das Gegenteil. Wege werden gesperrt, Schranken und Verbotsschilder aufgestellt. Das kann so nicht weiter gehen. Uns ist zu Ohren gekommen, dass die Stadt Porta Westfalica bei der Vorbereitung und Fortschreibung des Landschaftsplans versäumt hat, auf die bestehenden Wanderwege und Sehenswürdigkeiten am Wittekindsberg hinzuweisen. Außerdem sind Erschließungsfragen für alle Hotspots - Margarethenklus, Kreuzkirche, Berghotel Wittekindsburg - zu klären, die Anliegen der Drachenflieger zu berücksichtigen und die Parkmöglichkeiten zu regulieren. Diese Herausforderungen können nur durch politische Verständigungen gelöst werden.

Rund um die Burg kommt Einiges zusammen. Sie liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet, es sind Naturdenkmäler und Denkmäler ausgewiesen. Muss für einen Bebauungsplan nicht erst einmal der Flächennutzungsplan geändert werden?

Martin Möller: Die Verfahrensschritte überlassen wir gerne den Juristen, die Naturschutz- und Waldbewirtschaftungsfragen sind ebenso wichtig und müssen von der Politik mit den Fachleuten aus Behörden und Verbänden erörtert werden. Wir sehen bisher keine unüberwindbaren Hindernisse.

Wie konnte ohne Bebauungsplan und ohne Änderung des Flächennutzungsplans überhaupt ein Gästehaus errichtet werden?

Martin Möller: Wir beschäftigen uns seit fünf Jahren mit dieser Frage. Was wir entdeckt haben, sagt mehr über die Verwaltungskultur und den Klüngel der vergangenen 50 Jahre aus, als über bauordnungsrechtliche Belange. Auch wenn das Gästehaus aus unserer Sicht ein Schwarzbau ist, beteiligen wir uns gern an Gesprächen zur Lösung auch dieses Problems.

Wie geht es weiter, wenn die Politik sich nicht für die Änderung des Flächennutzungsplans und Aufstellung eines Bebauungsplans entscheidet?

Martin Möller: Dann werden sich auf dem Wittekindsberg Fuchs und Hase gute Nacht sagen und die Bürgerinnen und Bürger dürfen den Wald von außen anschauen. Es gibt Behörden und Spezialisten in diesem Land, die das Ziel verfolgen, Wanderer, Sportler und Familien nicht mehr in den Wald zu lassen. Die Politik muss jetzt entscheiden, ob sie das Heft des Handelns in der Hand behalten will oder zusieht, wie die Forstbehörde den Wald und die Kultur Stück für Stück der Öffentlichkeit entzieht.

Anzeige Sparkasse

| Anzeigen PW Start


Anzeige Provinzial Witt

| Anzeigen PW Start


Anzeige Pausenschmaus

| Anzeigen PW Start


Anzeige Julmi

| Anzeigen PW Start


Anzeige Ergotherapie Besch

| Anzeigen PW Start


Anzeige Frohwitter Wehage

| Anzeigen PW Start


Anzeige Kuhn

| Anzeigen PW Start


Anzeige Niessig

| Anzeigen PW Start